Akkordeon-Orchester im Schwäbischen Albverein, Ortsgruppe Pfullingen
Als eine Jugendspielgruppe wurde das heutige Orchester 1951 gegründet. Es spielt seit Jahrzehnten eine bedeutende Rolle und ist aus dem Musikleben der Ortsgruppe und der Stadt Pfullingen nicht mehr wegzudenken. Im Lichtensteingau und weit darüber hinaus hat es durch sein Spiel viel Freude bereitet, wenn es galt, musikalischen Schwung in die Veranstaltungen zu bringen.
Es war auf einer Albvereinswanderung im Jahre 1951. Karl Wohnus hatte seine Harmonika mitgenommen und spielte frohe Wanderlieder. Der damalige Jugendleiter Paul Bernhard, die Wanderfreunde Günther Hecht, Manfred Röger und der bis zum Jubiläumskonzert aktive Spieler und ehemalige Spielervorstand Karl Wohnus kamen auf den Gedanken, eine Spielgruppe ins Leben zu rufen. Zwölf Harmonikaspieler fanden sich zu Proben im Gasthaus zum "Schloß" ein.
Die Leitung übernahm der damals 17-jährige Günther Hecht. Nach einigen erfolgreichen Veranstaltungen bei Ortsgruppen des Schwäbischen Albvereins und bei Pfullinger Vereinen nahm die Harmonikagruppe im Mai 1952 am internationalen Akkordeon-Treffen in Reutlingen teil.
Eine Reise nach Feldkirch/Österreich führte zu einer Freundschaft mit dem dortigen Orchester. Bei einem Konzertabend in der Feldkircher Festhalle kamen weitere kameradschaftliche Beziehungen mit Schweizer Musikfreunden zustande. Im Verlauf der Zeit haben verschiedene Konzertreisen das inzwischen auf 25 Spielerinnen und Spieler angewachsene Pfullinger Orchester nach Österreich und in die Schweiz geführt. Andererseits waren Musikfreunde von dort in Pfullingen zu Gast.
Die Frühjahrskonzerte waren immer Höhepunkte im Leben des Orchesters, das sich vom Jahre 1954 an, nachdem weitere Spieler hinzugekommen waren, nicht mehr Harmonikagruppe, sondern Harmonika-Orchester nannte. An diesen Frühjahrsveranstaltungen nahmen u. a. die Akkordeon-Weltmeisterin 1959, Marianne Probst/Augsburg, Hermann Schittenhelm mit seinem Orchester aus Trossingen, das 1. Kölner Akkordeon-Orchester, das Harmonika-Orchester Gengler/Reutlingen, das Akkordeon-Orchester der OG Kohlberg, die eigene Singgruppe und verschiedene Gesangs- und Volkstanzgruppen teil.
Durch die Erfolge ermutigt wurden die Ansprüche ständig erhöht. So wurden elektronische Instrumente, Kesselpauken und Rhythmusgeräte angeschafft. Bei zahlreichen Wertungsspielen des Deutschen Harmonika-Verbandes, dem das Orchester seit 1955 angehört, konnte das Orchester stets mit guten Leistungen aufwarten. Wenn auch beruflich bedingt Spielerwechsel eintraten, so wollte man das musikalische Niveau mit neu hinzugekommenen Aktiven ständig steigern.
Viele gemeinsame Veranstaltungen und Konzerte mit Pfullinger Vereinen, wie den Gesangvereinen "Eintracht" und "Liederkranz", dem Musikverein, beim VfL, bei der Feuerwehr und vielen anderen, trugen zum hervorragend funktionierenden Kulturleben in der Stadt bei.
Seine ureigenste Aufgabe hat das Orchester getreu seinem Namen im Schwäbischen Albverein erfüllt. Im Lichtensteingau war es bei vielen Veranstaltungen zu Gast und hat mit einige neue Ortsgruppen aus der Taufe gehoben. Die Mitwirkung bei Hauptversammlungen in Tuttlingen, Reutlingen und Pfullingen stellten ebenfalls Höhepunkte in dieser Zeit dar.
In den Siebzigerjahren folgten Reisen und Wanderfahrten, verbunden mit Konzerten in Köln, Westerburg im Westerwald und beim Deutschen Wandertag in Nassau. Es ging nach Wien und Rust am Neusiedler See, in die Schweiz nach Zürich, Kloten, Embrach, Lenk im Simmental und nach Holland. Konzerte mit dem Hohner-Harmonika-Orchester Trossingen, mit den Schwaben-Musikanten, mit Schweizer Jodelchören und dem Trientiner Bergsteigerchor "Coro dolomiti" waren weitere Höhepunkte. Sein Können hat das Orchester bei Wertungsspielen, bei Funk- und Schallplattenaufnahmen bewiesen. Nach 26 Jahren hat der inzwischen Gauobmann gewordene Dirigent Günther Hecht 1977 seinen Dirigentenstab an Frau Helmi Körner abgegeben. Das Orchester wurde unter ihrer Leitung zu weiteren Erfolgen geführt.
Bei vielen Veranstaltungen, sowie beim 77. Deutschen Wandertag 1977 in Reutlingen, beim Europäischen Wandertreffen 1984 und bei der Landesgartenschau war der Erfolg des Orchesters gesichert. Manche Konzertreise trug zur Festigung des Orchesters bei und bei den Veranstaltungen in der Schweiz und im Westerwald wurden die Freundschaftsbande erneuert. Nach zehn erfolgreichen Jahren hat Frau Körner 1987 das Orchester abgegeben und an Frau Karin Erhardt aus Metzingen übergeben. Mit einem gemeinsamen Konzert in Reutlingen konnte das Orchester 1988 wiederum mit dem Trientiner Bergsteigerchor "Coro Trentino della SOSAT 1926" sein Können unter Beweis stellen.
Nach einer weiteren Veranstaltungsreihe übernahm eine Spielerin aus den eigenen Reihen das Orchester. Die inzwischen in Trossingen ausgebildete Musiklehrerin Birgit Hauff stellte sich ab 1989 dem Orchester als Dirigentin zur Verfügung. Im Jahr 1990 war das Orchester beim 10. Züricher Kantonale Harmonikafest im Wertungsspiel sehr erfolgreich und die Freundschaftsbande mit dem Orchester Kloten konnten weiter gefestigt werden.
Anfang 1997 gab Karl Wohnus sein Amt als Orchestervorstand nach fast genau 45 Jahren an seinen Nachfolger Martin Schnitzer ab. Mit diesem Wechsel wurde auch das Harmonika-Orchester in Akkordeon-Orchester umbenannt, um dem überwiegenden Anteil an Akkordeon-Instrumenten gerecht zu werden.
Das Orchester unternahm häufig mehrtägige Ausflüge um auch die Gemeinschaft außerhalb der Proben zu stärken. So fuhr das Orchester im Jahr 1997 zur Pfullinger Partnerstadt Passy, um dort beim Zwetschgenfest mitzuwirken.
Im Jahr 1998 bildete sich die Gemeinschaft musiktreibender Vereine (GmV), zu der auch die Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins mit dem Akkordeon-Orchester gehört. Ziel dieser Gemeinschaft ist es, das musikalische Leben in der Stadt Pfullingen zum Beispiel durch gemeinsame Veranstaltungen zu fördern. Anlässlich der 1999 in Pfullingen stattfindenden Heimattage des Landes Baden-Württemberg hat das Akkordeon-Orchester wieder an zahlreichen Veranstaltungen mitgewirkt.
Seit 1963 auch Jugend-Harmonika-Orchester
Der Nachwuchs ist beim Akkordeon-Orchester weitgehend gesichert, denn bereits im Jahre 1963 konnte ein Jugend-Orchester gegründet werden, das mit Liebe und hohem Können von Frau Helmi Körner 17 Jahre lang geleitet wurde.
Bei vielen Veranstaltungen und Wertungsspielen zeigte das Jugend-Orchester beachtliche Leistungen. Bei zahlreichen Bezirkstreffen konnten die jungen Spielerinnen und Spieler Erfolge verbuchen und z. B. bei Veranstaltungen im Altersheim unseren betagten Bürgern viel Freude bereiten.
Im Jahre 1980 wurde die Leitung der Jugend an Elfriede Richard und Günter Wahl übertragen, die selbst jahrelang aktive Spieler in den beiden Orchestern waren. Sie haben mit dem Jugend-Orchester einen beachtlichen Klangkörper geschaffen, jedoch nach drei Jahren die Leitung wieder abgegeben. Die jungen Spielerinnen und Spieler wurden weitgehendst dem Akkordeon-Orchester zugeführt.
Der Ehrendirigent des Orchesters Günther Hecht hatte 1983 wiederum mit jungen Spielern ein Jugend-Orchester zusammengestellt, das in Kürze zu einem interessanten Klangkörper heranwuchs und bei mehreren Veranstaltungen begeisterte Zuhörer fand.
Im Jahre 1985 übergab Günther Hecht die Leitung des Jugend-Orchesters an Waltraut Wolf; und ab 1986 hat die Orchesterleiterin Karin Erhardt die Leitung des verjüngten Jugend-Orchesters übernommen, bis dann 1989 Birgit Hauff, sowohl das Harmonika-Orchester als auch das Jugend-Orchester übernahm.
Um auch den Akkordeonanfängern das Spielen in einer Gruppe zu ermöglichen, wurde 1994 von Birgit Hauff eine Schülerspielgruppe ins Leben gerufen, die durch starken Zuwachs schon nach kurzer Zeit zum heute ca. 25 Spielerinnen und Spieler umfassenden Schüler-Orchester angewachsen ist.
Das Akkordeon-Orchester hat in den vergangenen 50 Jahren mehr als 1200 Veranstaltungen musikalisch umrahmt und wurde durch das Jugend-Orchester mit weiteren Auftritten zusätzlich unterstützt.
Durch die Zugehörigkeit zum Schwäbischen Albverein engagieren sich immer wieder Orchestermitglieder im Natur- und Landschaftsschutz und sind Wanderführer und Betreuer von Albvereinsobjekten geworden. Der Mitgründer des Orchesters, langjährige Dirigent und heutige Ehrendirigent Günther Hecht führt als Gauvorsitzender den Lichtensteingau seit 28 Jahren an und wirkt seit 1991 als Vizepräsident des gesamten Schwäbischen Albvereins.
Das musikalische Wirken des Akkordeon-Orchesters, des Jugend- und des Schüler-Orchesters hat die Ortsgruppe Pfullingen überregional bekannt gemacht, das Kulturleben der Ortsgruppe bereichert, die Ortsgruppe gestärkt und vielen Wanderfreunden und Bürgern Freude bereitet, auch zum Wohle des Schwäbischen Albvereins.

30.07.2010 - 29.07.2011
3 Einträge gefunden
-
Schlösslesparkfest
10.09.2010 - 12.09.2010 -
Goldener Herbst
16.10.2010 -
Nikolausfeier
27.11.2010



