Jubiläum 50 Jahre Akkordeon-Orchester

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Bericht über das Jubiläumskonzert 50 Jahre Akkordeon-Orchester im Schwäbischen Albverein Pfullingen, erschienen im Reutlinger General-Anzeiger vom 14. Mai 2001

Den guten Klang der Stadt verbreitet

50 Jahre Akkordeon-Orchester Pfullingen: Großes Fest in den Pfullinger Hallen gefeiert

Pfullingen. (diet) "Ach, was wären wir nur, wenn wir die Musik nicht hätten", schwärmte Martin Maile und zitierte dazu ein Wort von Hermann Hesse. Der Pfullinger Pfarrer moderierte am Samstagabend das Jubiläumskonzert zum 50-Jahr-Jubiläum des Akkordeon-Orchesters.

Das brachte einen bunten musikalischen Blumenstrauß zu Gehör. Vierhundert Gäste waren dazu in die Pfullinger Hallen gekommen. Klassische Musik aus dem 17. Jahrhundert, flotte Tangoklänge, romantische Melodien oder gar die Gassenhauer aus dem "Phantom der Oper": Die drei Orchester (Schüer-, Jugend- und Erwachsenen-Orchester) des Schwäbischen Albvereins Pfullingen zeigten unter der Leitung von Birgit Hauff einmal mehr die ganze Vielfalt und breite musikalische Ausdrucksweise. Sie bewiesen, dass sie mit Recht zu den Aushängeschildern der Stadt Pfullingen gehören.
Das bestätigte Bürgermeister Rudolf Heß in seinem Grußwort. "Die Ortsgruppe des Albvereins unterbreitet nicht nur in den klassischen Bereichen wie Heimat, Wandern und Geselligkeit Angebote, sondern sie ist auch künstlerisch und kulturell äußerst aktiv." Besonders das Akkordeon-Orchester habe im vergangenen halben Jahrhundert mit mehr als 1200 Auftritten im In- und Ausland den guten Klang der Stadt weit über ihre Grenzen hinaus getragen. Der Schultes hob die beiden Mitbegründer des Orchesters Günther Hecht und Karl Wohnus als die prägenden Persönlichkeiten hervor. Wohnus bezeichnete er als den "letzten Mann der ersten Stunde" und zitierte Pfarrer Maile. Der habe einmal gesagt: "Wen der liebe Gott einmal beim Arbeiten erwischt, den lässt er nicht mehr los." Das treffe auf beide uneingeschränkt zu. Maile führte locker, fröhlich und souverän durch das Programm, als ob das sein ureigenstes Gebiet wäre. Er stimmte die Gäste elegant auf die Musikstücke ein und beobachtete das Geschehen genau: "Haben Sie gesehen, wie die Jugendlichen auf den Taktstock geachtet haben ? Wenn das mit Jugendlichen immer so einfach wäre", schwärmte er über die disziplinierte Arbeit der beiden Jugendorchester. Oder er philosophierte mit einem Hesse-Zitat über die Musik. Selbst als die Dirigentin etwas zu spät zum Auftritt kam, überbrückte Maile mit Plaudereine die kleine Verzögerung. Und natürlich ließ es sich der Pfullinger am Samstagabend nicht nehmen, den Gästen das erfreuliche Ergebnis des Handballspiels in der Kurt-App-Halle zu vermitteln.
Die Orchester fanden ebenfalls den richtigen Ton, entführten die begeisterten Gäste mit Peer Gynt in eine Morgenstimmung oder verführten sie zu rhythmischen Bewegungen auf den Sitzen wie etwa beim Rocksong "Final Countdown". Claudia Röger sang hierzu den Text. Den Schluss des langen Konzertabends begleiteten dann die befreundeten Musiker des Orchesters "Hohnerklang" aus Trossingen. Die Pfullinger hatten Glück. Denn die 35 Männer und Frauen kamen gerade noch rechtzeitig von einer Türkei-Tournee zurück und wären fast Opfer des Lufthansa-Pilotenstreiks geworden. Von Klassischem über Folklore zu Rock und Pop boten die Trossinger dann aber eine vergnügliche musikalische Reise durch die Welt der Musik. Vor allem überzeugten sie aber durch Solo-Auftritte. Wie etwa Kathrin Gass, die mit ihrer Mundharmonika meisterlich die "Rhapsody in Blue" von George Gershwin spielte und einen lange anhaltenden Beifall genießen durfte. Genießen konnten die Gäste auch einen Rückblick auf Ereignisse des Orchesters in den vergangenen Jahrzehnten. In einer Ausstellung im hinteren Saal hatten die Veranstalter aber nicht nur Fotos, Urkunden und Texte aufgebaut, sondern auch noch alte Quetschkommoden. Zwischen den Stücken wurden die verdienten Mitglieder geehrt. Für fünfzig Jahre Mitgliedschaft überreichte der Vizepräsident des Schwäbischen Albvereins, Günther Hecht, seinem Weggefährten und Freund Karl Wohnus die Georg-Fahrbach-Medaille. Hans Schiller erhielt das Ehrenschild des Albvereins für vierzig Jahre Vereinsarbeit und Sabine Hoch wurde für 35 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Vom Deutschen Harmonika-Verband wurden Karl Wohnus und Rudi Koch für fünfzig Jahre Mitgliedschaft, Hans Schiller für vierzig sowie Hubert Hopf, Martin Schnitzer, Petra Taigel und Nicole Goller für jeweils fünfzehn Jahre Mitgliedschaft geehrt.

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